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Montag, Februar 19, 2007

Publiziert.

Liebe Fans, mein Studium neigt sich dem Ende entgegen. Es ist zwar noch zu früh für meine Memoiren, dennoch könnt ihr ab heute ausgewählte Werke meines wissenschaftlichen Schaffens erwerben. Zwei meiner Arbeiten stehen beim GRIN Verlag zum Download bereit; weitere werden bald folgen.

Theorien der Emergenz

Subjektive Sicherheit als Faktor wirklichkeitsgetreuer Schätzungen bei Delphi-Befragungen

Donnerstag, Dezember 07, 2006

`cause we were never being bored.



plötzlich war beim drucken der hintergrund gelb. 8 stunden vor abgabefrist waren alle abbildungen und tabellen falsch numeriert und eine verschwunden. beim binden war ein schwarzer balken in der grafik. ich musste mich mit unfähigen copyshop-arbeitern streiten und habe den shop gewechselt. ich habe 90 € zum fenstern aus geworfen, weil die ersten beiden bindungen schrott waren. der böse mitarbeiter hat mir ein A3-blatt schief gefaltet und 5 € für seinen fehler berechnet. 6 stunden vor abgabefrist war ich dann auf der suche nach einem fähigen copy-shop. im prüfungsamt haben sie meine kartei nicht gefunden. ich bin das gegenteil von einer karteileiche. ich bin ein student ohne prüfungskartei, nach dem ich schon immer ein student ohne uni-login und ohne uni-e-mail-adresse war. eine seitenzahl im inhaltsverzeichnis war nicht mit den anderen seitenzahlen in reihe. gestern hatte ich noch keine einleitung. es war unglaublich stressig in den letzten sechs wochen. aber es hat ja alles geklappt. mit halbem cartogram. und die A3-seiten mit selbstgefalteter din-norm-gerechter faltung. alles in monotype bembo. vielen dank mr. tufte. ich widme diese arbeit dem liebling für die geduld und hinweise, mr. tufte für die grafiktipps und karantula für die vielen hinweise.

Mittwoch, August 30, 2006

emergenz.

"Eine Schneeflocke sieht aus wie vom Silberschmied gefertigt. Wir erkennen in einer Wolke am Himmel auf einmal ein Schäfchen wie es auf der Weide steht, sehen auf unscharfen Schnappschüssen des Nachthimmels ein UFO. Eine Bienenkolonie erscheint organisiert wie eine Gesellschaft. Vögel, Insekten, Fische und Viehherden bilden eine Formation. Das Pfauenauge ist ein Schmetterling, der sich wie viele andere kleine Tiere durch das Farbenspiel seiner Oberfläche vor Feinden schützt. Sie geben vor ein größeres Tier oder gar nicht da zu sein. Ein Wort zerfällt in Silben und Buchstaben, die nichts bedeuten. Die alte Dame erzählt, dass ihr Schoßhündchen sie genau verstehe, und gerade jetzt scheint es zu lächeln. Ein Wort ist ein Wort und hat eine oder viele Bedeutungen. Wir personalisieren ein PC-Interface und sprechen ihm Intelligenz zu oder wir durchschauen seine programmierte Begrenztheit. Wir können mit moderner Kunst nichts anfangen oder interpretieren vieles hinein. Ein Stück Papier ist einfach Papier, oder es ist ein altertümliches Schriftstück oder ist ein Geldschein von hohem ökonomischem Wert.

Man kann eine Sache so oder so betrachten. Dinge bedeuten dies und in einem anderen Sinn auch das. Es hat mit dem plötzlichen Auftauchen von Bedeutung, von Ordnung, von Struktur zu tun und heisst Emergenz."
Christian Vollmer (2005). Theorien der Emergenz (1).


Dave McKean (1997). Cages. Band 2: Linien (51-52).

Ein emergenter Papagei? Der geneigte Leser mag über Edie Featherskills Verhalten erstaunt sein. Doch für sie ist das normal. Sie hat sonst niemanden zum Reden. Es soll Menschen geben, die sich mit der Paprika im Supermarkt unterhalten.
Manchmal unterhalte ich mich mit meiner Kamelie - aber nur wenn ich guter Hoffnung bin, dass sie doch nicht eingeht. Mit Kakteen hingegen unterhalte ich mich grundsätzlich nicht.

Donnerstag, Juni 22, 2006

euphorie.

ich habe eine univariate, einfaktorielle Varianzanalyse (auch einfaktorielle ANOVA genannt) von Hand (d.h. mit Excel) gerechnet und es kam das gleiche raus wie mit SPSS, ich held. wer schlägt mich für den nobelpreis vor?

Das wichtigste in Kürze: wenn der empirische F-Wert größer ist als der theoretische, dann unterscheidet sich mindestens eine Altersgruppe signifikant bezüglich der abhängigen Variablen.

jetzt mag ich wissen, wie man tabellen im internet macht.

Samstag, Mai 06, 2006

a falling star.

es ist doch traurig zu erfahren, wie ein supersoziologe, dessen erstes buch (the structure of social action, 1937) ich so gern gelesen habe, im zweiten buch (the social system, 1951) die gesetzten erwartungen nicht im geringsten erfuellt. ich bin enttaeuscht. wie damals. ich war 11 jahre alt und fand enyas lied "orinocco flow" einfach toll. daraufhin hab ich mir die musikkassette gekauft und war masslos enttaeuscht darueber, dass "orinocco flow" das einzig tolle lied auf der ganzen kassette war. es war meine erste musikkassette und ich wusste damals noch nicht, dass die ausgekoppelten singles ueberhaupt nichts mit den rest des albums zu tun haben und dass der rest fast immer schlechter ist als die singles. ich hab gehaeult weil das mein eigenes geld war und wollte die kassette gar nicht mehr haben. meine cousine hat sie mir dann freundlicherweise abgekauft. tja. traurige realitaet.
andererseits freue ich mich, dass ich mir die restlichen 495 seiten sparen kann.

Mittwoch, April 05, 2006

zwischenstand.

vor langer, langer erstellte ich mein exposé zur duplo und mein prof. war interessiert und sagte mir "lesen sie parsons". und ich fing an zu lesen und las und las kompliziertes englisch. utilitarismus, positivismus. alles vorspiel, alles schmu. dann nach 267 seiten stiess ich exakt auf dieselbe goldene ader, die ich schon seit anbeginn verfolge:

"With this argument there appears in Pareto's thought as an emergent phenomenon one of the most important versions of what may be called the sociologistic theorem, that society is a reality sui generis; it has properties not derivable from those of its constituent units by direct generalization. This takes the form here of the view that one of the central facts underlying the theorem is the existence of a common end (or system of ends) which disappears when individual actions are considered in isolation."
Parsons, Talcott (1968) The Structure of Social Action. New York/London.

alles super. ich hatte schon fast das hemd geschmissen oder wie das heisst doch ploetzlich ergoss sich die erleuchtung ueber mich wie der erste gruentee-aufguss ueber die kleine taiwanesische kanne.

Donnerstag, Dezember 08, 2005

ist das richtig?

Image hosted by Photobucket.comEin Professor meines in sich zerissenen Instituts sagte einmal, wir Studenten sollten pro Tag 180 Seiten lesen. Dann kaemen wir ohne Probleme durch das Studium. Ich habe mich nicht an diesen dummen Rat gehalten. Denn wenn ich so viel lese, wo bleibt da die Zeit für das Nachdenken; ueberlese ich dann nicht die ganzen guten Dinge? Wo bleibt denn da die Zeit für die kleinen Juwelen, die sich in den Buechern zwischen den Zeilen verstecken? Auf die Juwelen stoesst man doch erst, wenn das Gehirn etwas Leerlauf und Zeit um Nachzudenken bekommt. Also einen Grossteil der Juwelen ueberliesst man bestimmt, wenn man 180 Seiten liest. Dann lese ich lieber hoechstens 50 Seiten pro Tag und finde alle. Daran glaube ich. Nicht an die Schöpfung, wie die Kreationsten, aber immerhin. Ich bin eher erstaunt, wie Edie Featherskill.












Dave McKean (1997) Cages. Band 2: Linien (80).








Mehr ueber Edie gibt es in Cages von Dave McKean, auf deutsch leider vergriffen, aber auf englisch und alle Baende auf einmal. Es ist ein wunderbares Buch.

Montag, November 21, 2005

vielen dank, karantula.

ich bin mitten drin im text. ich hatte ja schon angst vor meiner theorie... ich habe naemlich in der letzten hausarbeit meine theorie entworfen. und jetzt hatte ich angst, dass diese theorie unter soziologen so ridikuel ist, dass ich mir meine karriere abschminken kann. dank karantulas schneller postlieferung frisch aus der leipziger unibibo kann ich nun getrost sagen: meine theorie ist schlicht und einfach moderat. hurra: "am verbreitetsten sind moderat reduktionistische und emergenztheoretische auffassungen."* ich habe eine emergenztheoretische entworfen und dann entdeckt, dass es sie schon gibt. moderat, moderat, ein schoenes wort.

*Heintz, Bettina, Emergenz und Reduktion. Neue Perspektiven auf das Mikro/Makro-Problem, in: Koelner Zeitschrift fuer Soziologie und Sozialpsychologie, Heft 1 2004: S. 4.

Dienstag, November 01, 2005

ich mag meine wanderschuhe. und ihr?

das allerallerletzte. und dann wird munter selbstbewusst aufs parkett aufgestampft und aus einem schreitenden klick-klack wird bei den chicks schnell ein klonck-klonck oder gar ein TOMB-TOMB. warum geht man in die bibliothek? genau, „die schuhe und was sonst noch sind doch geschaffen um aufmerksamkeit zu erregen, bis sich die blicke aller lesenden auf meinem koerper sammeln. lesen kann ich auch zuhause.“ karantula, sag, was ist schlimmer? schlapfende flip-flops oder stampfende stoeckelschuhe?

noch ablenkender waren die quietschgeraeusche der plastiksohlen auf dem linoleumboden der alten bibo. ich setze mich ab morgen wieder in die teppichzone.
Image hosted by Photobucket.com
ich sass im ersten untergeschoss beim weiss-roten stern.
grafik von da.

Sonntag, September 04, 2005

nicht zufallskritisch.

man lernt nie aus. fuer alle, die gerade eine empirische seminar-, abschluss- oder doktorarbeit schreiben, feststellen, dass alle ergebnisse langweilig sind und ueberhaupt nichts signifikant ist aber trotzdem seiten fuellen muessen und den traegen textfluss auflockern wollen: anstatt "statistisch nicht signifikant" kann man synonym "nicht zufallskritisch" schreiben. wow! ich liebe diesen ausdruck, der wird sofort in mein woerterbuch aufgenommen. oder: "die vertrauensintervalle ueberlappen sich" und: "die geringen differenzen koennen nicht statistisch abgesichert werden" oder: "es ergeben sich keine nennenswerten unterschiede" oder: "auch wenn ein unterschied von x punkten bedeutsam erscheinen mag, handelt es sich doch um eine statistisch nicht nachweisbare differenz" toll oder? oder: "die abweichungen in den mittelwerten sind daher nicht als bedeutsamer unterschied zu interpretieren, sondern sie koennten aufgrund der mit unsicherheit (ausgedrueckt durch den standardfehler) behafteten schaetzung der mittelwerte auch allein auf zufallsschwankungen zurueckzufuehren sein." auch: "diese 'veraenderungen' bewegen sich jedoch in einem wertebereich, der auch per zufall erwartet werden kann. insgesamt kommt es also zu keinen statistisch absicherbaren verschiebungen." - "die veraenderungen der verteilungen sind marignal". lol. "die unterschiede liegen insgesamt im bereich dessen, was aufgrund von zufallsschwankungen erwartet werden kann." (Baumert et al., PISA 2000 - Ein differenzierter Blick auf die Länder der Bundesrepublik Deutschland. Zusammenfassung zentraler Befunde, Berlin 2003.)

Donnerstag, Juli 14, 2005

...

ich war die letzten zwei wochen so richtig vollzeit in der bibo teilweise 10 stunden lang es gab nur kaffeepausen und fuer meine hausarbeit da. aber am neunten tag hat sich mir erwiesen, dass man damit auch nicht schnell wie eine taube ans ziel kommt. der kopf brummt, man schlaeft ueber den buechern ein und es ist kein platz mehr fuer neue verknuepfungen und so etwas wie kreativitaet oder neue ideen. deshalb kann ich jetzt auch gar nichts mehr schreiben, denn ich muss mich doch ausruhen. wie ruth (lol) man sich am besten aus? fernsehen bringt nix. erdbeeren essen ist da schon besser.

Donnerstag, Juli 07, 2005

gefangen in der mensa.

eigentlich wollte ich nur schnell was essen in der mensa. dafür musste ich die geschützte, institutionalisierte umgebung der bibliothek verlassen und ueber die grosse strasse in die mensa. und jetzt regnet es wolkenbruchartig und mein weg zurueck ist mir abgeschnitten. was soll nur werden. ich armes maengelwesen mensch hab doch kein fell das mich trocken haelt. kartoffola, das wird nix morgen. wie soll ich denn zum bahnhof wenn ich nicht mal aus der mensa raus kann. das nicht nur ein logisches problem.

Freitag, Juli 01, 2005

lernen. 好好学习 天天向上


heute war ich so fleissig und es hat spass gemacht. oh what a difference a day makes. 24 little hours. alles nur wegen den buechern. hat man das richtige, wird der tag gut. ich hatte das richtige. von 1966. ich mag diese zahlen, die zwei gleiche ziffern nacheinander haben. beispielsweise das lustige taschenbuch nr.66 hab ich auch gern. und das ist ein wahnsinnig tolles. das hat gar nichts mit aberglaube zu tun. das ist, weil andere menschen diese zahlen auch moegen. deshalb wird was gutes draus. achtet darauf bei euerer literaturrecherche. mein traum ist eine diplomarbeit nur mit literatur von 1922, 1966, 2002 und so.